Wann wird mein Hobby zum Beruf?

Steuern – Wie schön wäre es, jeden Tag seinem Hobby zu frönen und dabei seinen Lebensunterhalt zu verdienen?

Steuern

BILD TYLER OLSON ⁄FOTOLIA

Ob ein Hobby von den Steuerverwaltungen und den Ausgleichskassen als sogenannte Liebhaberei oder selbstständige Erwerbstätigkeit betrachtet wird, hängt primär davon ab, ob ein Gewinn erzielt wird.

Bei der Liebhaberei steht ein Profit also nicht im Vordergrund. Es ist eher unwahrscheinlich, dass jemand längere Zeit eine Arbeit ausübt, die defizitär ist. Daher geht man bei Tätigkeiten mit mehrjährigen Verlusten (in der Regel 5 bis 10 Jahre) davon aus, dass es sich um ein Hobby handelt. 

Dementsprechend sind die entstandenen Kosten bei der Liebhaberei Lebenshaltungskosten und in der Steuererklärung nicht abzugsberechtigt (Art. 34 Bst. a DBG).

Die selbstständige Erwerbstätigkeit zeichnet sich neben dem Ziel der Gewinnrealisation durch die Rechnungsstellung in eigenem Namen, die eigene Leistung planbarer und anhaltender Arbeit in einer selbstbestimmten Organisation und den Einsatz von Kapital, den Aussenauftritt (z.B. Internetauftritt oder Werbung via Inserate) sowie die Teilnahme am Wirtschaftsverkehr aus. Die kumulierte Erfüllung dieser Kriterien ist nicht notwendig.

Sozialversicherungsbeiträge

Als selbstständig Erwerbender sind Sie für die Zahlung der notwendigen Sozialversicherungsbeiträge selbst verantwortlich. Eine Anmeldung bei der kantonalen Ausgleichskasse zu Beginn der selbstständigen Erwerberbstätigkeit ist zu empfehlen, da rückwirkend verrechnete Beiträge mit hohen Verzugszinsen belastet werden. Wird die selbstständige Erwerbstätigkeit im Nebenerwerb geführt und beträgt das Einkommen pro Jahr weniger als 2300 Franken, ist eine Anmeldung freiwillig.

Abzugsfähige Aufwendungen

Sämtliche geschäftsmässig begründeten Kosten, d. h. Aufwände in Zusammenhang mit der ausgeführten Tätigkeit, können bei der selbstständigen Erwerbstätigkeit vom erzielten Einkommen in Abzug gebracht werden. Die Pflicht zur Buchführung und Rechnungslegung nach Art. 957 OR besteht erst ab einem Umsatz von 500 000 Franken im Geschäftsjahr. Bei einem tieferen Umsatz besteht die Möglichkeit zur Führung einer Milchbüchleinrechnung, d. h. einer Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben sowie vom Vermögen. Die Buchhaltungsunterlagen müssen vollständig dokumentiert sein und zehn Jahre aufbewahrt werden.

Gemäss der Einkommensgeneralklausel in Art. 16 DBG unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer. Aus diesem Grund ist es ratsam, sämtliche in Zusammenhang mit dem Einkommen stehenden Auslagen und Kosten stets zu dokumentieren, damit eine entsprechende Deklaration in der Steuererklärung vorgenommen werden kann.

Wenn der Schritt in die Selbstständigkeit entschieden, jedoch die Wahl der Rechtsform noch nicht klar ist, bzw. das Startkapital zur Gründung einer Kapitalgesellschaft fehlt, ist die selbstständige Erwerbstätigkeit eine sehr gute Wahl, um mit der eigenen Geschäftstätigkeit zu starten. Eine spätere Umwandlung in eine juristische Person (AG oder GmbH) ist jederzeit möglich.

Es empfiehlt sich, von Anfang an einen Start-up-Berater beizuziehen.